Die Lage am Heizölmarkt (22.7.2021)

Verlauf Heizölpreis

Nach dem Coronaschock nimmt die Wirtschaft, schneller als gedacht, wieder Fahrt auf. Das wirkt sich nun auch auf den Ölpreis aus. Sowohl ein höherer Rohölpreis als auch die wieder auf 19% erhöhte MwSt. und die CO2-Abgabe haben den Heizölpreis seit Jahresbeginn beinahe verdoppelt. Ein Ende des Preisanstiegs ist vorerst nicht in Sicht.

Der politische Plan ist, Öl und Gas so teuer zu machen, dass möglichst viele Leute auf klimaneutrale Energie umsteigen. Das wird aber nur passieren, wenn die Alternativen tatsächlich günstiger sind. Wer beim heutigen Strompreis sein 30 Jahre altes (Hochtemperatur)-Haus auf eine Wärmepumpe umstellt, wird sich wundern, wie teuer ihn ein warmes Haus plötzlich kommt. Die erwartete Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe wird bei einem solchen Bau oft nicht erreicht. Da kann das Heizöl auch auf über 1 EUR pro Liter steigen und man heizt damit immer noch günstiger, als mit der Wärmepumpe.

Es sieht nicht danach aus, dass Strom demnächst günstiger wird. Die Stilllegung der Atomkraftwerke ist beschlossen, obwohl Kraftwerke der 4. Generation noch viel Energie aus dem "Atommüll" ziehen könnten. Braunkohle- und andere Grundlast-Kraftwerke werden aus CO2-Gründen nach und nach abgeschaltet, obwohl der Stromverbrauch rapide zunehmen wird. Elektroautos benötigen für eine Akkuladung 50-100 kWh. Und das Haus verbraucht statt 2000 l Heizöl im Jahr dann 5.000-10.000 kWh Strom für die Wärmepumpe.

Was da auf uns zukommt, kann man leicht überschlagen: Deutschland verbrennt ca. 67.000.000 Tonnen Diesel, Ottokraftstoff und Heizöl im Jahr. Darin sind 670 TeraWattStunden Energie enthalten, die in einigen Jahren durch Strom zu ersetzen sind. Das bedeutet aber mehr als eine Verdopplung des Jahresstromverbrauchs in Deutschland mit derzeit ca. 600 TeraWattStunden. Will man auch noch die verbrannten 87.000.000.000 Kubikmeter Gas durch Strom ersetzen, bräuchte man weitere 870 TeraWattStunden Strom. Woher der ganze Strom in Zukunft bei einer Dunkelflaute kommen soll, sollte die Regierung der Bevölkerung schon einmal erklären. Nur mit erneuerbarer Energie und ohne adäquate Strom- und Energiespeicher wird ein stabiles Stromnetz der Vergangenheit angehören. Bricht dieses zusammen, werden auch alle Photovoltaik-Anlagen abgeschaltet, es sei denn, sie sind als teure Inselanlage mit Stromspeicher ausgelegt. Nur dann hat man zumindest eine Notstromversorgung, während der Nachbar mit einer gewöhnlichen PV-Anlage stromlos ist, obwohl die Sonne scheint.

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